Chronik

Der mündlichen Überlieferung nach bestand in Sankt Michael schon immer eine Feuerwehr in der Form einer Feuerbereitschaft, die vier
bis fünf Mann von an der Straße gelegenen Besitzern abwechselnd auf die Dauer eines Monats übernahmen. Sie waren zur Bereitstellung gewisser
Löschrequisiten verpflichtet und im Eventualfalle des Nachts durch den Nachtwächter zuerst zu wecken.
Nach schriftlichen Aufzeichnungen in den Gemeinderechnungen wurde im Jahre 1853 das erste Rüsthaus aus Holz errichtet. Am 19. August 1853 erhielt Adam Kranz aus RAUCHWART, für Feuerrequisitenhütte 4 Filler und die zur Errichtung nötigen 35 Stück Laden kaufte die Gemeinde das Stück zu 24 Kreuzer von Philipp Hanzl, Hausnummer 44.

Im Jahre 1886 kaufte die Gemeinde St. Michael die heute noch bestehende Handdruckspritze von der Firma SOLLENKOPF aus STEINAMANGER. Von da
an bestand die Feuerwehr aus einem Requisitenmeister und seinen sechs Helfern.
Die heutige Feuerwehr wurde erst im Jahre 1903 gegründet. Die Gründungsmitglieder waren: Erzpriester Franz Thomas Richter, Bürgermeister
Christof Kovacs, Johann Hanzl, Josef Wukits, Josef Antal, Saurer-Bäcker Paul Grünwald, Johann Karlovits, Emmerich Hanzl, Stefan Loff, Karl
Kopesky, Alois Kopesky, Adolf Hanzl, Johann Eberhardt, Eugen Kremsner, Johann Weiß, Josef Pany, Andreas Ertler, Nikolaus Hanzl.
1906 erhielt die Feuerwehr eine Fahne, die mit der Besatzung des Ortes nach dem Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde.
1920 Veranstaltete die freiwillige Feuerwehr eine Effektenlotterie, aus deren Ertrag und den Zuschüssen der Gemeinde eine Motorspritze
und ein Auto angekauft werden konnten.

Am 28. Mai 1928 fand die Weihe des ersten Feuerwehrautos statt, an der Landesfeuerwehrkommandant Regierungsrat Franz Binder teilnahm. Im gleichen
Jahr errichtete die Gemeinde die erste Löschwasserstelle am Platz vor dem Haus Sankt Michael Nr.: 5.
1929 mußte der längst fällige Zubau am Rüsthaus zur Unterbringung von Auto und Motorspritze ausgeführt werden. Durch das
Landesfeuerwehrkommando erhielt die Feuerwehr 1929: 150m C-Schläuche, 2 Sauerstoffgeräte, 10 Gasmasken, 12 Helme und 12 Wintermäntel.
Von 1938 an galt die freiwillige Feuerwehr als Überlandwehr und war danach verpflichtet, zu sämtlichen Bränden im Bezirke unaufgefordert
auszurücken. Die verhältnismäßig hohen Erhaltungskosten des Autos und die ständigen Reparaturen daran zwangen zum Verkauf des Autos,
womit gleichzeitig auch die Stellung als Überlandwehr verloren ging.

Das Jahr 1956. Feierlichkeit in Gamischdorf - Meldung an den Landeshauptmann durch den damaligen Kommandanten Josef Rauch.

Nach der Besatzung wurde das Feuerwehrhaus renoviert und 1957 die noch heute bestehende Fahne angeschafft (Zum vergrössern anklicken).

Im Jahre 1958 wurde ein Feuerwehrauto FK1000 mit Vorbaupumpe 1400 angeschafft und am 21. 9. 1958 von Pfarrer Liebmann geweiht. Patinnen
waren Frau Pauline Feigl und Frau Elisabeth Jandrisits. Nach und nach wurden auch die Ausrüstungsgegenstände wieder ergänzt.

Fertig zur Übung! - Löschgruppe vor dem Feuerwehrhaus im Jahre 1970.

Im Jahr 1973 feiert die Freiwillige Feuerwehr St. Michael das 70-jährige Bestandsjubiläum.

Im Jahre 1978, zum 75-jährigen Gründungsjubiläum, wurde das Feuerwehrauto an den Ortsteil Gamischdorf abgegeben und
die Feuerwehr Sankt Michael erhielt ein neues Fahrzeug, den Magirus Deutz mit Vorbaupumpe 1200 und TS 1600, welches am 30. April 1978
von Pfarrer Wessely geweiht wurde.

Im Zeitraum von 1978 bis 1985 waren die letzten größeren Anschaffungen Atemschutzgeräte, Funkausrüstung und eine Schmutzwasserpumpe.

Im Jahre 1988 wurde unter Mithilfe der Feuerwehr das alte Feuerwehrhaus abgetragen und an der selben Stelle - unter Bürgermeister Helmut Quarits - mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses mit großer Garage begonnen.

Am 24. September 1989 wurde das neue Feuerwehrhaus unter großer Teilnahme der Bevölkerung von Sankt Michael von
GR Pfarrer Josef Wessely feierlich eingeweiht und dem damaligen Kommandanten OBI Karl Marosits übergeben.

Im Jahre 2000 wurde ein neues TLF 4000 der Marke SCANIA angekauft und nach festlicher Fahrzeugsegnung durch GR Pfarrer Josef Wessely in den Feuerwehrdienst gestellt. Die Finanzierung erfolgte zu je einem Drittel durch das Land Burgenland, der Marktgemeinde St. Michael sowie der Feuerwehr.

Im Jahre 2003 wurde mit großer Teilnahme der Bevölkerung und zahlreicher Gäste aus Politik, öffentlichem Dienst und Wirtschaft sowie einer großen Anzahl von Feuerwehrkameraden aus dem gesamten Bezirk das 100jährige Gründungsjubiläum im Rahmen eines Festaktes und anschliessendem Sommernachtsfest gefeiert.

Im Jahr 2006 wurde dass "alte" Löschfahrzeug - Magirus Deutz - aus dem Feuerwehrdienst gestellt und als Ersatz wurde ein neues Löschfahrzeug der Marke Iveco Daily angeschafft.
Am 5. August 2006 erfolgte im Rahmen eines Festaktes die Fahrzeugsegnung durch Pfarrer Zdravko Gasparits.

Im Jahr 2007 wurde aus Eigenmitteln der Feuerwehr Sankt Michael ein gebrauchtes Fahrzeug der Marke VW T5 Transporter angekauft und für den Feuerwehrdienst adaptiert.
Dieses findet seit Frühjahr 2008 als Kommandofahrzeug/Einsatzleitstelle Verwendung.
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